E-Rechnung an Amazon-Business-Kunden: Was Verkäufer wissen müssen

Bei der E-Rechnung an Amazon-Business-Kunden schuldest du als Verkäufer für jede Bestellung eine gültige Umsatzsteuerrechnung. Zwischen inländischen Unternehmern ist das ab 2027 oft eine E-Rechnung, bei Behörden meist eine XRechnung mit Leitweg-ID. Prüfe, was Amazon für dich erstellt, und schreibe die E-Rechnung selbst, wenn die Amazon-Rechnung nicht ausreicht.

Zuletzt aktualisiert: 4. November 2026

Kurz gesagt

  • Wer schuldet die Rechnung: Du als Verkäufer. Der Amazon Umsatzsteuer-Berechnungsservice kann sie für dich erstellen.
  • E-Rechnung: Gilt zwischen inländischen Unternehmern für Rechnungen über 250 Euro brutto, nicht für Kleinunternehmer, mit Übergangsregeln bis Ende 2027.
  • Behörden: Öffentliche Kunden verlangen meist eine XRechnung mit Leitweg-ID.

Wer muss Amazon Business-Kunden die Rechnung stellen?

Amazon schreibt dazu: Alle umsatzsteuerpflichtigen europäischen Verkäufer müssen Amazon Business-Kunden für jede Bestellung eine gültige Umsatzsteuerrechnung vorlegen. Die Pflicht liegt also bei dir. Eine Rechnung darf auch ein Dritter in deinem Namen und für deine Rechnung ausstellen (§ 14 Abs. 2 UStG), die Verantwortung bleibt aber bei dir.

Was zwischen inländischen Unternehmern allgemein gilt, steht in E-Rechnung für Online-Händler. Hier geht es um die Besonderheiten bei Amazon Business. Damit die Zahlen aus dem Bericht sauber in der Tabelle ankommen, hilft die Anleitung Amazon-CSV in Excel öffnen.

Das heißt für dich: Die Pflicht zur Rechnung liegt bei dir, auch wenn Amazon oder ein Dritter sie in deinem Namen erstellt.

Was erstellt der Amazon Umsatzsteuer-Berechnungsservice?

Wenn du den Umsatzsteuer-Berechnungsservice nutzt, erstellt er für deine Amazon Business-Bestellungen je nach Store, Land der Niederlassung, Versandziel, Kundenpräferenz oder anderen Faktoren das, was Amazon „E-Rechnung“ oder „E-Bericht“ nennt (Amazon-Hilfeseite). Wie der Service arbeitet, erklärt Amazon Umsatzsteuer-Berechnungsservice.

Ob eine solche Rechnung die deutsche E-Rechnungspflicht erfüllt, prüfst du mit zwei Fragen: Verkaufst du Gebrauchtware, ist die Differenzbesteuerung bei Amazon nach § 25a UStG ein eigenes Thema.

  1. Ist die Datei eine reine PDF? Dann ist sie nach dem BMF eine sonstige Rechnung und keine E-Rechnung. Als PDF ist sie nur mit Zustimmung deines Kunden zulässig, und nur für Umsätze aus 2025 und 2026, wenn sie bis zum 31. Dezember 2026 übermittelt wird, oder für Umsätze aus 2027 bei höchstens 800.000 Euro Gesamtumsatz im Vorjahr, wenn sie bis zum 31. Dezember 2027 übermittelt wird.
  2. Enthält sie strukturierte Daten? Als E-Rechnung erkennt das BMF insbesondere die XRechnung an sowie ZUGFeRD ab Version 2.0.1, außer den Profilen MINIMUM und BASIC-WL. Öffne die Datei im E-Rechnungs-Viewer der Finanzverwaltung unter e-rechnung.elster.de und sieh nach, ob er die Rechnung anzeigt.

Das heißt für dich: Der Berechnungsservice erstellt Amazons E-Rechnung; ob sie für dich gültig ist, prüfst du im Viewer der Finanzverwaltung.

Wann ist eine E-Rechnung bei Amazon Business wirklich Pflicht?

Die Pflicht gilt für Umsätze zwischen inländischen Unternehmern (§ 14 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG). Rechnungen über höchstens 250 Euro brutto sind Kleinbetragsrechnungen nach § 33 UStDV und davon ausgenommen, außer bei Leistungen, für die der Kunde die Steuer schuldet (§ 13b UStG, § 33 Satz 3 UStDV). Bist du Kleinunternehmer (§ 19 UStG), musst du gar keine E-Rechnung ausstellen (§ 34a UStDV). Die Übergangsfrist in § 27 Abs. 38 UStG gilt auch für deine Amazon-Verkäufe:

Wann du den Umsatz ausführstWas für die Rechnung gilt
2025 und 2026sonstige Rechnung erlaubt (PDF mit Zustimmung des Kunden), wenn du sie bis zum 31. Dezember 2026 übermittelst
2027, Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 800.000 Eurosonstige Rechnung erlaubt (PDF mit Zustimmung des Kunden), wenn du sie bis zum 31. Dezember 2027 übermittelst
2027 mit mehr Vorjahresumsatz, und ab 2028E-Rechnung

Für Unternehmen, die nicht im Inland ansässig sind (ohne am Umsatz beteiligte Betriebsstätte in Deutschland), und für Privatpersonen gilt die E-Rechnungspflicht nicht; eine Rechnung an ein Unternehmen schuldest du nach den üblichen Rechnungsregeln trotzdem. Mehr dazu in E-Rechnung Pflicht 2027. Kaufst du selbst bei Amazon ein, hilft der Beitrag zur Rechnung aus Luxemburg und Vorsteuer.

Das heißt für dich: Die Pflicht gilt zwischen inländischen Unternehmern, nicht für Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro.

Was gilt bei Behörden als Amazon Business-Kunden?

Öffentliche Auftraggeber melden sich bei Amazon Business als solche an: Amazon nennt dafür das Häkchen „Ich unterliege dem Vergaberecht und akzeptiere XRechnung“, die Leitweg-IDs unter „Meine Umsatzsteuer verwalten“ und den Kauf auf Rechnung als Zahlungsmethode. Diese Seite beschreibt, wie Amazon selbst Rechnungen an Kunden aus dem öffentlichen Sektor ausstellt.

Die Leitweg-ID stellt Amazon nicht aus: Öffentliche Auftraggeber tragen ihre Leitweg-IDs selbst in Amazon Business unter „Meine Umsatzsteuer verwalten“ ein (Amazon-Hilfeseite zu XRechnung). Bestellt eine Behörde bei dir als Verkäufer, verlangt sie meist eine XRechnung. Die Leitweg-ID ist nach dem BMF nur erforderlich, wenn eine E-Rechnung an eine Behörde gestellt wird (BMF-FAQ Frage 6). Frag deinen Kunden danach. Für Rechnungen an Behörden gelten zusätzlich eigene Vorschriften, für den Bund zum Beispiel die E-Rechnungsverordnung des Bundes (BMF-FAQ Frage 4a).

Das heißt für dich: Bei Behörden brauchst du die Leitweg-ID, die du beim Kunden erfragst.

So hilft dir VAT GPT dabei

Wenn du die E-Rechnung für einen Amazon Business-Kunden selbst schreibst, gehst du so vor:

  1. Ausfüllen: Öffne auf der Seite Einnahmen in der Karte „Tipps“ den Eintrag „Rechnung erstellen“, wähle bei „Format“ „ZUGFeRD (PDF)“ für einen Geschäftskunden oder „XRechnung (XML)“ für eine Behörde und trage die Kundendaten über „Kundendetails“ ein, dazu Rechnungsnummer, Leistungsdatum und Positionen auf der Rechnung. Bei einer Behörde ersetzt du im Feld „Käuferreferenz (Leitweg-ID)“ den Vorschlag durch die echte Leitweg-ID.
  2. Prüfen: Kontrolliere die Angaben auf der Rechnung, bevor du sie speicherst.
  3. Senden: Lade die Datei herunter und schicke sie dem Kunden. Mit „Speichern“ bleibt die Rechnung in deinem Konto und fließt in deine Einnahmen ein.

Die Schritte im Einzelnen stehen in ZUGFeRD-Rechnung erstellen und XRechnung erstellen: Schritt für Schritt.

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Häufige Fehler

  • Annehmen, Amazon erledigt die Rechnung für dich. Du schuldest sie; ein Dritter darf sie nur in deinem Namen ausstellen.
  • Eine PDF für eine E-Rechnung halten. Ohne strukturierte Daten ist sie eine sonstige Rechnung.
  • Die Frist falsch lesen. Es zählt, wann du den Umsatz ausführst, nicht das Rechnungsdatum; eine sonstige Rechnung musst du zudem bis zum Stichtag übermitteln (31. Dezember 2026 für Umsätze aus 2025 und 2026).
  • Die Leitweg-ID nicht erfragen. Eine Behörde braucht sie für die Zustellung.

Das heißt für dich: Verlass dich nicht darauf, dass Amazon die Rechnung für dich erledigt, und erfrage bei Behörden die Leitweg-ID.

Häufige Fragen

Muss ich Amazon Business-Kunden eine Rechnung stellen? Ja, für jede Bestellung eine gültige Umsatzsteuerrechnung.

Muss die Rechnung 2027 eine E-Rechnung sein? Bei Umsätzen an inländische Unternehmer über 250 Euro brutto, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr über 800.000 Euro lag oder du die Rechnung erst nach dem 31. Dezember 2027 übermittelst. Ab 2028 gibt es keine Übergangsregel mehr; die Ausnahmen, etwa für Kleinbeträge und Kleinunternehmer, bleiben.

Reicht eine PDF-Rechnung? Als sonstige Rechnung, wenn dein Kunde zustimmt: für Umsätze aus 2025 und 2026 bei Übermittlung bis zum 31. Dezember 2026, für Umsätze aus 2027 bei höchstens 800.000 Euro Gesamtumsatz im Vorjahr und Übermittlung bis zum 31. Dezember 2027. Ob eine Datei strukturierte Daten enthält, siehst du im Viewer.

Brauche ich eine Leitweg-ID? Nur bei Rechnungen an Behörden.

Wo finde ich den Viewer? Unter e-rechnung.elster.de.

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Quellen

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